Das Projekt Spielfeldschnitte
Pünktlich zur Fußball Europameisterschaft der Männer 2008 konnte man in Filialen einer großen deutschen Bäckereikette ein Kuchenstück erwerben, das sich als Alternative zu Bier in Plastikbechern verstand: ein Sahnetörtchen namens Spielfeldschnitte. Das Projekt Spielfeldschnitte nahm diese Beleidigung, diese Herausforderung und diesen Namen an. Seitdem verstehen wir uns als kreative und humorvolle Begleitung der deutschen Fußballnationalmannschaft und als längst fälligen Beitrag zu einer Frauenfußball-Kultur. Wir bieten nicht nur messerscharfe Analysen zu allen Länderspielen, wir sind die kulturwissenschaftliche Stimme in der Stille des Blätterwaldes, wir sind das Theater, das um den Frauenfußball aufzuführen ist, wir wollen die Welt verändern und schreiben darüber. „My (B)Log has something to tell you.“
(The Log Lady, Twin Peaks)
Sonntag, 14. Juli 2013
Coaching Zone: EM Island - Deutschland
Der Druck ist natürlich groß bei diesem zweiten Gruppenspiel der EM 2013. Im Schatten des unvermittelten Ausscheiden bei der WM 2011 und nach dem Unentschieden im ersten Spiel gegen die Niederlande scheinen alle etwas zittrig vor diesem wichtigen Spiel gegen Island. Man möchte vieles besser machen, schnelleres Kurzpassspiel, mehr Anspielstationen und vor allem mal ein paar Tore. Keine Wechsel in der Innenverteidigung, dafür Leupolz für Mittag auf der linken Seite im Mittelfeld. Nun gut, wir wären für eine Veränderung für die Verbesserung in der Spieleröffnung gewesen (aka Wensing für Krahn), aber etwas frischer Wind auf der linken Seite dürfte auch nicht schaden.
Die Anfangsphase beginnt erstmal hektisch und mit vielen Ballverlusten. Das deutsche Team ist dominanter, aber Island hat sich wohl einiges von den Niederlanden abgeschaut. Sie versuchen früh und meist zu zweit anzugreifen, in der eigenen Hälfte stets in Überzahl zu bleiben und sind auch in den Zweikämpfen nicht zimperlich. Deutschland also zunächst mit ähnlichen Problemen wie im ersten Spiel: Die Mitspielerinnen laufen weg, anstatt der Ballführenden entgegen zu kommen, es dauert so viel zu lange, bis abgespielt wird und es werden dann zu viele unsichere Pässe gespielt, die unnötige Laufwege erzeugen. Die Isländerinnen kommen dann auch ab der 15. Minute immer mal wieder vor das Tor von Nadine Angerer und zum Torschuss.
Schnittini 2013: Bildchen No 3
Bildchen No 3
Annike Krahn
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oder
Luisa Wensing
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Die Innenverteidigung ist auch bei dieser EM mal wieder ein Schummelgeschenk. Man packt es aus und aus und am Ende ist es doch eigentlich überhaupt nichts großes und aufregendes. Also, man probiert und probiert und am Ende sind es doch wieder die gleichen auf dem Platz. Luisa Wensing hat uns gut gefallen in der Vorbereitung und auf dieser Position mag es doch noch eine Änderung in der Startelf geben - vielleicht schon heute? Ihr habt jedenfalls die Wahl, wer für Euch die Nummer drei ist.
Annike Krahns schwedischer Name: Annika Abrahamsson
Luisa Wensings schwedischer Name: Elisabeth Svensson
So geht´s: Runterladen, ausdrucken, ausschneiden, aufkleben.
Schnittini Zubehör
Samstag, 13. Juli 2013
Schnittini 2013: Bildchen No 2
Bildchen No 2
Saskia Bartusiak
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Die Abwehrchefin bei dieser EM, spielt immer noch in Frankfurt, ist in Frankfurt geboren und wird irgendwann entweder Cheftrainerin beim FFC Frankfurt oder hohes Tier im DFB Zentrum Frankfurt. Frankfurt hin oder her, jetzt wird erstmal die Abwehr in Schweden stabilisiert.
Schwedischer Name: Maria Martinsson
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Schnittini Zubehör
Freitag, 12. Juli 2013
Schnittini 2013: Bildchen No 1
Bildchen No 1
Nadine Angerer
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Gleich beim ersten Spiel gestern gegen die Niederlande zur Spielerin des Spiels gewählt, soviel hatte Nadine Angerer schon lange nicht mehr zu tun. Zur nächsten Saison zieht es sie in die Australische Liga, danach soll es in den USA weitergehen. Natze ist unserer Meinung nach die beste Torhüterin der Welt, bei dieser EM wird sie es wohl richtig zeigen können / müssen.
Schwedischer Name: Madeleine Andersson
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Das Poster gibt es hier.
Donnerstag, 11. Juli 2013
Coaching Zone: EM Niederlande - Deutschland
Ab heute eine Neuigkeit auf der Spielfeldschnitte: reagierend auf alle Kritiker*innen, die sowohl unseren Fokus auf das Nationalteam im deutschen Frauenfußball, als auch vor allem den Fokus auf Deutschland anprangern, kehren wir ab sofort die Reihenfolge unserer Coaching Zonen-Überschrift um. Wir möchten euch wirklich zustimmen, ihr nationalideologischen Infragesteller*innen, zugleich aber beschäftigen wir uns nun mal mit Inszenierung medialer Repräsentanz des Frauenfußballs und sind so befangen in genau jener Ordnung, die wir kritisieren.
Immerhin haben wir uns die Freiheit erhalten, nur zu schreiben, wenn wir wirklich mögen :-)
Vor Spielbeginn jedenfalls haben wir uns zwei Am-liebsten-Hinschau-Spielerinnen ausgesucht (Maier/DaMbabi und Keßler/Lotzen) ausgesucht, sind nun schon fast in der 30 Minute und fühlen uns seit etwa fünf Minuten im Brechstangenmodus (Mmmargggurkks%&“!ß??!§ -> wie bei Asterix und den Galliern). Keßler und Goeßling gefallen uns darin gut, doch was – ihr, die ihr uns kennt, wisst, dass das nun kommt -, waaaaas ist denn da los in der deutschen Verteidigung? Natürlich, es war ja zu erwarten und entsprechend haben wir auch das Schnittini vorbereitet, Annike Krahn würde den Vorzug vor Wensing bekommen, denn Silvia Neid schätzt Turniererfahrung und da kennen wir von der letzten erfolgreichen WM (2007) alle Krahn doch noch aus der Begleitdoku (Die besten Frauen der Welt) als diejenige, die vor zehn Uhr morgens kein Gefühl hat. Das mag zwar gegen Lampenfieber helfen, doch leider passt ihr Spieleröffnungsstil wirklich nicht mehr zu dem quirligen Kurzpassspiel, dass die deutschen Damen im vorderen Bereich heutzutage so spielen. Ich habe gezählt: dreimal weiter Eröffnungsball von Krahn ins Nirvana schon in der ersten Minute.
Schnittini 2013: Das Poster!
Jauchzet, frohlocket - Here comes: Schnittini die Dritte!
Und so gehts: Poster runterladen, ausdrucken, zusammenkleben und sich auf die Bildchen freuen! Ab jetzt gibt es jeden Tag ein neues Bild zum aufkleben!
Schnittini Poster linke Seite Download
Schnittini Poster rechte Seite Download
Mittwoch, 10. Juli 2013
Platzverweis: Weichspüler im ZDF
Liebes ZDF,
irgendwas läuft bei euch verkehrt. Ich weiß, ihr müsst die Frauenfußball-Spiele übertragen, denn das ist ein Rechte-Paket mit dem Männerteam oder so und vor dem Nationalteam könnt ihr euch nicht so drücken wie vor der Bundesliga. Aber müsst ihr dafür eure
Dann kann ja nur sowas rauskommen, wie der Spot zur Europameisterschaft 2013: Fußballspielerin in blütenweißem Outfit, dreckiger Ball, Waschmaschine, das Runde muss ins Runde und dann Beine überschlagen und auf die Wäsche warten. Dass man einer Fußballspielerin überhaupt zumutet, dass sie die Waschmaschine trifft ist schon ein starkes Stück für die Herrengedecke vom ZDF. Aber ganz ehrlich, wie soll die arme Frau denn dieses unhandliche Stück Leder am Ende aufhängen oder bügeln, geschweige denn falten? Dann muss sie auch noch bei diesem Waschgang dabei sitzen und kann das Abendessen gar nicht vorbereiten. Was soll sie ihrem Mann denn sagen, wenn der von der Arbeit wieder nach Hause kommt? Und noch schlimmer wirds, wenn er erfährt, dass es dieses Jahr kein Kaffeeservice für den Titel gibt, sondern 25.000 Euro, dabei ist das alte Service doch schon so abgenutzt, Erna, was sollen die Nachbarn denken?
Dienstag, 9. Juli 2013
denk.anstoß: "Kick Off Your Career"
Seit zwanzig Jahren ist Frauenfußball Teil der Football Association in England und seither ist viel passiert. Um das Erreichte zu würdigen und zu feiern hat die FA zusammen mit der Women’s Sport and Fitness Foundation eine Kampange gestartet, in der sie zwanzig Frauen vorstellen, die ihren Beruf im Fußball gefunden haben. "Kick Off Your Career" soll besonders für Mädchen und jungen Frauen die vielfältigen Möglichkeiten sichtbar machen im Bereich des Fußballs zu arbeiten. Die vorgestellten Lebensläufe reichen von Spielerin bis Trainerin über Journalistin bis hin zu ärztlicher Betreuung und Administration. Die Zeiten, wo Mädchen nicht mitspielen durften, sind vorbei und die Kampange macht sich dafür stark, dass noch mehr Frauen den Fußballsport mitgestalten.
Sonntag, 7. Juli 2013
Samstag, 6. Juli 2013
My B/log has something to tell you about: Junge Autobiographien und unsere Meinung
Um es gleich vorweg zu sagen: autobiographische Werke oder Memoiren von U-40 Autor*innen sind uns erstmal grundsätzlich suspekt. Was kann ein Mensch schon alles mit zwanzig, fünfundzwanzig, dreißig erlebt haben, was die Welt lesen sollte? Und was kann ein Mensch bis zum fünfzigsten Jahr noch alles erleben und vor allem in ihrer/seiner Sicht reifen um der Erzählung (noch) mehr literarische Qualität zu verleihen? Über das eigene Leben schreiben vor allem Jugendliche (Tagebuch), Ü-80 Jährige (das Ende naht), Menschen mit extremen Schicksalsschlägen, Menschen, die die Welt / die Politik beeinflusst haben. Und wahrscheinlich würden gerne bis zu 80% aller über-sich-selbst-schreibenden auch veröffentlichen. Aber die wenigsten von ihnen verstehen das Handwerk eine gute Geschichte zu schreiben.





