Das Projekt Spielfeldschnitte

Pünktlich zur Fußball Europameisterschaft der Männer 2008 konnte man in Filialen einer großen deutschen Bäckereikette ein Kuchenstück erwerben, das sich als Alternative zu Bier in Plastikbechern verstand: ein Sahnetörtchen namens Spielfeldschnitte. Das Projekt Spielfeldschnitte nahm diese Beleidigung, diese Herausforderung und diesen Namen an. Seitdem verstehen wir uns als kreative und humorvolle Begleitung der deutschen Fußballnationalmannschaft und als längst fälligen Beitrag zu einer Frauenfußball-Kultur. Wir bieten nicht nur messerscharfe Analysen zu allen Länderspielen, wir sind die kulturwissenschaftliche Stimme in der Stille des Blätterwaldes, wir sind das Theater, das um den Frauenfußball aufzuführen ist, wir wollen die Welt verändern und schreiben darüber. „My (B)Log has something to tell you.“
(The Log Lady, Twin Peaks)

Sonntag, 5. Juli 2015

Coaching Zone: Deutschland - England


 
Der Trostpreis ist vielleicht nur gerecht am Ende eines solchen Turniers. Es hat gestern gegen England nur für Platz Vier gereicht und auch diesmal war es wieder gerecht. Für die Engländerinnen ein schöner Sieg, die beste Platzierung, die sie je bei einer WM erreichen konnten. Trotz Ausdrucksproblemen. Dafür mit tollen Zeitungsartikeln.

Das Ganze aber insgesamt wieder mal etwas unglücklich. Entscheidender Treffer ein Elfmeter in der Verlängerung. Tabea Kemme lässt den Arm draußen und bringt Sanderson zu Fall. Ein streitbarer Elfer, aber auch einfach Dummheit von Kemme in einer solchen Situation im Strafraum, der Ball ist ja quasi schon weg, den Arm so deutlich rauszustrecken. Vielleicht einfach aufgrund dieser Dummheit ein verdienter Elfer. Es gibt ein Rudel, es wird sich geschubst, Alex Popp mit Kinderfahrradhelm im Petr-Cech-Gedenk-Stil versucht noch die Schützin Williams zu irritieren, bringt nix, die macht ihn sicher, 0-1 und der Endstand.


Geschenkt wurde sich insgesamt nichts, ein ruppiges Spiel mit vielen Fouls und Bodychecks. Schiedsrichterin Ri Hyang Ok, deren Pfeiferei eh nicht so die Krönung war, hätte das Spiel viel früher durch Ermahnungen und Karten beruhigen müssen. So liefen die meisten Szenen des Spiels im Mittelfeld zwischen den Sechzehnern statt, bis wieder eine Spielerin weggeruppt wurde oder durch einen Fehlpass den Ball verlor.

Neid hatte einiges umgestellt, es spielten Peter, Schmidt, Behringer, Däbritz und Petermann von Beginn an. Hervor tat sich dabei auf jeden Fall Däbritz, die ackerte, sehr präsent war in der Offensive und eine der wenigen, der man noch Torgefährlichkeit zu attestieren wagte. Sasic mal wieder enttäuschend, als wäre die Luft schon länger raus, ungewohnt unqirlig und immer einen Schritt zu spät. Die Engländerinnen viel über die rechte Seite, auf der Kemme anscheinende mit ihrer Doppelrolle für Offenisve und Defensive einige Probleme hatte. Großartig natürlich auch wieder Nadine Angerer in ihrem letzten Spiel für das DFB Team, hielt alles fest was ging, selbst wenn sie umgehauen wurde. Nur beim Elfer leider machtlos.

Das Ende vom Lied: Mit so einer Turnierleistung hat man den 3. Platz nicht verdient und das Spiel war insgesamt etwas mühsam, viel "klein-klein" (wie man so schön sagt) im Mittelfeld, etwas ermüdend über weite Strecken. Und Silvia Neid: Pokerface. Erstmal n Schluck Wasser trinken. Oder ist das Wodka-Soda? Wir jetzt aber erstmal vorschlafen für heute Nacht, vom Finale erwarten wir uns mehr Unterhaltung.

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