Das Projekt Spielfeldschnitte

Pünktlich zur Fußball Europameisterschaft der Männer 2008 konnte man in Filialen einer großen deutschen Bäckereikette ein Kuchenstück erwerben, das sich als Alternative zu Bier in Plastikbechern verstand: ein Sahnetörtchen namens Spielfeldschnitte. Das Projekt Spielfeldschnitte nahm diese Beleidigung, diese Herausforderung und diesen Namen an. Seitdem verstehen wir uns als kreative und humorvolle Begleitung der deutschen Fußballnationalmannschaft und als längst fälligen Beitrag zu einer Frauenfußball-Kultur. Wir bieten nicht nur messerscharfe Analysen zu allen Länderspielen, wir sind die kulturwissenschaftliche Stimme in der Stille des Blätterwaldes, wir sind das Theater, das um den Frauenfußball aufzuführen ist, wir wollen die Welt verändern und schreiben darüber. „My (B)Log has something to tell you.“
(The Log Lady, Twin Peaks)

Mittwoch, 12. März 2014

Telegramm: Auf gelbem Rasen und Stunden später das Algarve Cup 2014 Finale

--> Beginnen wir versöhnlich mit den Worten von Yuki Ogimi.

Deutschland gewinnt – seit der WM im eigenen Land übrigens eigentlich alles. Ein schönes Spiel. 3 : 0 der Endstand: Kessler nach kurzen Einsatzsekunden abgebrüht, Mittag mit der Hacke voller Finesse und mit dem Schuss des Abends (okay, Mittags, aber das wäre missverständlich) „Dschenni“ Maroszan.
Telegramme sind kurz. Klären wir also: Ein „Null zu Null der besseren Art“ in den ersten 45 Minuten, danach – ich denke, man kann es sagen – eine drückende Überlegenheit des deutschen Teams gegen eine Mannschaft, die spielerisch, motiviert und engagiert auftrat. Ein Team, das in den letzten Tagen jede Spielerin des Kaders auf dem Platz hatte. Ausnahme: Laura Benkarth, die dritte Torfrau. Aber dies bringt uns sogleich zur wichtigsten Frage: Ist der Algarve Cup etwas, das frau gewinnen muss oder immer noch der Ort, an dem sich zukünftige Wunderdamen in den Fokus der Aufmerksamkeit spielen (können)? Oder anders: Wer also sind die Perspektivspielerinnen der nächsten Jahre? Vielleicht zuallererst und überhaupt: Almuth Schult! Ja! Almuth, Ole! Sie hatte die große Ehre, sich das Tor mit Nadine Angerer zu teilen und vielleicht spricht das ebenso viel wie die Tatsache, dass in der zweiten Halbzeit Annike Krahn durch Luisa Wensing abgelöst wurde. Eine Frage, die mir aber fast noch mehr auf der Zunge brennt: was für einen Unterschied macht es für mein Seherlebnis, wenn ich 30 Minuten vor Anstoß mit Lieblingsessen eine Aufstellung präsentiert bekommt, in der jeder Spieler ein Gesicht, eine Nummer usw. zugewiesen bekommt, ich aber noch als Frauenfußballjournalistin Ende der ersten Halbzeit zu raten versuche, wer eigentlich aufm Platz steht?

Antworten wir versöhnlich: In der zweiten Halbzeit hat es Europsport offenkundig selbst eingesehen, wir durften auch ein paar Gesichter in Großaufnahme betrachten und obwohl der Drops dann auf einmal sehr schnell gelutscht war, war es trotzdem schöne zu sehen...;))


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