Das Projekt Spielfeldschnitte

Pünktlich zur Fußball Europameisterschaft der Männer 2008 konnte man in Filialen einer großen deutschen Bäckereikette ein Kuchenstück erwerben, das sich als Alternative zu Bier in Plastikbechern verstand: ein Sahnetörtchen namens Spielfeldschnitte. Das Projekt Spielfeldschnitte nahm diese Beleidigung, diese Herausforderung und diesen Namen an. Seitdem verstehen wir uns als kreative und humorvolle Begleitung der deutschen Fußballnationalmannschaft und als längst fälligen Beitrag zu einer Frauenfußball-Kultur. Wir bieten nicht nur messerscharfe Analysen zu allen Länderspielen, wir sind die kulturwissenschaftliche Stimme in der Stille des Blätterwaldes, wir sind das Theater, das um den Frauenfußball aufzuführen ist, wir wollen die Welt verändern und schreiben darüber. „My (B)Log has something to tell you.“
(The Log Lady, Twin Peaks)

Dienstag, 28. April 2009

Logo-Vorschlag #1

Als die schönste Seite hinter der 20Elf erschien, dachten wir noch, der Kampf gegen die Klischees wäre endgültig verloren, das OK-Team hätte manifestiert, wogegen vorher so kraftvoll gesteuert wurde. Der Slogan zur WM 2011 steht und mit ihm die Aufforderung nach einem adäquaten Umgang mit ihm. Manche meinen, der offizielle WM Slogan gerate eh in den Hintergrund. Wir meinen, dass es gerade jetzt eine offensive Auseinandersetzung mit ihm braucht! Es gibt in dem Slogan durchaus Komponente, die zu Identifikationssymbolen taugen könnten. Ganz im Sinne der Subversion durch Affirmation wollen wir versuchen durch das ausprobieren unterschiedlicher Akzente den Slogan fruchtbar zu machen. Dabei soll der Slogan stetig dekonstrukiert, transformiert und neu gelesen werden um in seinen Leerstellen und Lücken Potentiale aufzudecken.
Die 20Elf hat es uns heute angetan. Sie wird aktiv. Und spielt den Ball scharf durch das, was lieber ungelesen bleibt:

Kommentare:

  1. ah, ein netter Vorschlag, und so um die Ecke gedacht: mich erinnert Euer "f" von "Elf" irgendwie an das HB-Männchen aus der Zigarettenwerbung, das es in den 60ern auf einen Bekanntheitsgrad von über 90% brachte- ein Wert, von dem das aktuelle Logo nur träumen kann !
    Und auch der damalige Spruch dazu „Halt, mein Freund! Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Greife lieber zur HB!“ paßt durchaus zum aktuellen Logo, beschert uns aber Folgeprobleme: erstens wäre gendermäßig zumindest "Halt, meine Freundin...." korrekter und zweitens könnte es Probleme mit "HB" geben, da Zigaretten heutzutage nicht gerade das Mittel der Wahl sind, um sportliche Großveranstaltungen zu bewerben. Wer oder was könnte also "HB" sein ? Ich hoffe auf Erklärungen...:-)

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  2. Liebe Djane,
    habe gerade mal recherchiert - du hast recht mit dem HB Männchen. Das hatten wir eigentlich gar nicht im Hinterkopf, sondern eher was in Richtung "La Linea", wobei hiermit das Genderproblem auch nicht wirklich gelöst wäre... Sobald man irgendwelche Figuren in ein Logo aufnimmt, steht man ja sofort vor dem Problem: will ich sie geschlechtlich konnotieren, brauche ich das nicht gar für eine FRAUEN WM, aber wie mache ich das, ohne es eben wieder so zu klischeesiren (*Oh, jemand mit langen Haaren spielt den Ball!), aber geht es überhaupt ohne? Auf der DVD von Football Under Cover gibt es auch noch einen Kurzfilm von den Assmann-Geschwistern, der zwar nicht so gut ist (finde ich), an dessen Ende aber mit dem Bundesliga-Männchen als Symbol gespielt wird. Das fanden wir am Anfang ziemlich cool, weil es so schematisch ist, ein bißchen so wie die Zeichen auf Toilettentüren, aber eigentlich wollen wir lieber ein Logo entwerfen, dass nicht so den Dualismus männlich-weiblich aufmacht und Geschlechterbilder fesetschreibt. Also dachten wir: lieber nur Schrift ohne Figuren. Nun ergab sich wegen des Durchstreichens leider doch wieder die NOtwendigkeit, dass es eine Figur gibt, die schießt und wir dachten, La Linea ist ja fast wie Schrift (aus einem Strich), aber irgendwie funktioniert es nicht wirklich... Also, das nächste Mal vielleicht wirklich nur mit Schrift? mmm Weiterhin in Gedanken und mit den allerbesten Grüßen, mayte

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